Bergbahnen Meran 2000
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1874 gelang dem Züchter Josef Folie in Schluderns im Obervinschgau ein großer Zuchterfolg: Aus der Anpaarung des orientalischen Hengstes "133 El Bedavi XXII" mit einer galizischen Landstute, die damals im Alpenraum häufig verwendet wurden, kam ein prächtiges Hengstfohlen zur Welt: 249 FOLIE.
Folie war ein Goldfuchs mit dem typischen, von seiner Mutter geerbten Aalstreifen. In ihm verbanden sich die von der Mutter vererbte Kraft und die typischen Merkmale des Gebirgspferdes mit dem Adel und der Eleganz des orientalischen Vaters. Auf den Hengst Folie 249 gehen alle sieben Blutlinienbegründer der Haflingerzucht zurück.
Um die Herkunft des Namens „Haflinger“ wird viel gerätselt. Da sich Meran in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer Kurstadt entwickelte und der Tourismus aufblühte, fiel den Edelleuten dieses zierliche Pferd auf, welches die Haflinger Bauern schwer beladen die Saumwege hinaufführten. So prägte sich bei den Stadtmenschen im Laufe der Zeit der Begriff „Haflinger“ ein.
Der Haflinger von heute ist das Ergebnis verschiedener Entwicklungsstufen, welche die Zucht durchlief, um die Tiere den wirtschaftlichen und geschichtspolitischen Anforderungen anzupassen. Das ursprüngliche Saum- und Tragpferd fand in den Kriegsjahren Einsatz im Dienst des Heeres, in der Land- und Forstwirtschaft wurde es vielfach als Zugpferd eingesetzt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg stand die Wirtschaft vor dem größten Umbruch seit Menschengedenken. Neue Arbeitstechniken hielten Einzug, vermehrt kamen in der Landwirtschaft Maschinen zum Einsatz. In Folge wurde die Haflingerzucht umgestellt. Aus dem Saumtier wurde ein verlässliches Familien- und Freizeitpferd.